Aufarbeitung einer Bremstrommel

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Aufarbeitung einer Bremstrommel

Beitragvon M-C » Samstag 21. November 2009, 11:39

Hallo zusammen,

die hintere Bremstrommel meiner SX 80 hat sehr tiefe Riefen. Ein Fahrbetrieb ist so nicht mehr möglich. Bereits zweimal sind die Bremsbeläge abgeschert, einmal bei Höchstgeschwindigkeit mit plötzlich blockierendem Hinterrad. Da kommt Freude auf.

Eine vernünftige "neue" hintere Bremstrommel habe ich bisher nicht gefunden (vielleicht hat ja noch jemand eine ?), eine andere Zündapp-Bremstrommel passt nicht (made by Aprilia), und die Bremstrommeln vom "baugleichen" Aprilia-Modell sind eben nicht baugleich, sondern total anders.

Ein Ausdrehen der Bremstrommel ist auch nicht möglich, da die Riefen bis in´s Alu hinein gehen.

Meine Frage: hat jemand Erfahrung mit der Aufarbeitung von Bremstrommeln, z.B. Einschrumpfen einer neuen Bremstrommel in die Radnabe? Gibt es Firmen, die so etwas durchführen? Gibt es andere Möglichkeiten?

Für Tipps und Ratschläge wäre ich dankbar.
M-C
 


Beitragvon Andreas » Montag 23. November 2009, 17:50

:smile: Hallo M-C
Ich habe mir da auch schon bei div. Bremstrommeln so meine Gedanken gemacht.
Bei einem kompletten Gußrad,kommt der große Durchmesser dazu.
Hier zu muß man erstmal eine Firma finden,die die Aktion machen will und so ein großes Rad auf die Drehmaschine bekommt.
Obwohl es ,wenn man es richtig Spannen kann, auch auf einer Fräsmschine oder Bohrwerk ausgespindelt werden kann.
Wenn das Grundmaterial stabil genug ist spricht dem nichts dagegen.
Bei meiner dicken GS Maico sind die Bremsringe sogar austauschbar,da hat man schon Ausziehnuten in die Bremstrommel eingegossen.
Da beim Geländesport,der Schmutz die Ringe sehr schnell verschleißen läßt.

So jetzt zur Bremstrommel.
Erstmal muß der alte Bremsring vollständig entfernt werden,also komplett ausdrehen damit das saubere Alu ein schöne glatte Fläche bildet.
Zu diesem Maß muß eine Bremsringe aus Guß gedreht werden,der eine Passung ergibt die eingeschrumpft wird.
Danach löst sich der Ringe nur wieder durch ausdrehen.
Zum Montieren wird die Nabe warm gemacht und der Ring in flüssigem Stickstoff abgekühlt.
Dann rein mit dem Ring und beides wieder auf Raumtemparatur kommen lassen.
Danach den Innenringe wieder auf Bremstrommelnullmaß drehen.
Was die Firmen aber dafür aufrufen wenn sie es überhaupt machen steht auf einem anderen Blatt.
Den bei den Paßmaßen darf nicht Pi-Mal Daumen gedreht werden sondern das muß stimmen.
Den sonst wirds entweder zu stramm-> Nabe weitet sich oder platzt sogar.
Oder der Innenring macht sich selbst ständig.
So was habe ich mal in Hockenheim an einer alten Renn-BMW gesehen.
Zum Glück hatte es den nicht hin gehauen :cry:
Hier wurde der Innenring mit Loctide hochfest eingeklebt. :evil:
Das so eine Bremse aber heißer als 150°C wird, hat der Expert dann auch gemerkt. :shock:
Als Passgruppe habe ich mir folgenden aus dem Tabellenbuch rausgesucht.

Nennmaß der Bohrung Nacheinheitsbohrung H8

Bremsringe Aussendurchmesser Einheitsbohrung u8

Die klein und groß Schreibweise ist hier extrem wichtig.
Den der Großbuchstabe der Bohrung besagt das es eine ISO Passung nach Einheitsbohrung ist und somit die Welle oder in dem Fall der Ringe nach der Einheitsbohrungstabelle ausgesucht werden muß, in dem Fall immer klein Geschrieben.
Wenn man also eine Bremstrommel auf ein Maß zwischen 160 u. 180 mm Ausdreht,muß der Ringe dazu in der Passung +273/+210 tausendstel größer sein.
Je größer die Passung,je größer das Aufmaß und umgekehrt.
Dafür gibt´s die Tabellen der Passungensabmaße.
Fertigungstechnisch das umzusetzen ist recht einfach,wenn die passenden Maschine vorhanden sind und die Messmittel dazu.
Den eine Bügelmessschraube und ein Innensubito in der größen Ordnung kosten schon einige hundert €. :?:
Andreas
 


Beitragvon M-C » Montag 23. November 2009, 20:25

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Infos. Ich habe eine Adresse in Norddeutschland bekommen, der solche Arbeiten ausführt. Mal hören, was er für diese Arbeiten verlangt, und ob es technisch machbar ist. Ich selber habe leider keine Möglichkeit zum Drehen, und der Dreher meines Vertrauens kann, glaube ich, dies auch nicht umsetzen.

Das Hinterrad der SX ist übrigens ein Speichenrad. Der Gesamt-Durchmesser der Radnabe ist also eher klein und kann eingespannt werden.

Mal sehen. Ich werde berichten. Und vielleicht findet sich ja noch irgendwo eine brauchbare Bremstrommel für die SX.
M-C
 


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