Wellendichtringe für 284er KS 50 Motor

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Beitragvon Andreas » Mittwoch 18. November 2009, 16:59

:smile: Also ich kann da nur über Kreidler sprechen.
Da wurde nach der zerspannenden Bearbeitung,die Gehäuse vermessen und Klassifiziert.
Dort wurde unten an der hintern Motorschraube die Klassifizierung eingeschlagen.
Der Monteur mußte nur die Passscheiben auflegen um das Spiel der Kalassifizierung zu erreichen.
Auch damals konnte schon maschinell Vermessen werden.
Dort wurden auch, wie Heute Baugruppen vormontiert und dann erst eingebaut.
Auch Kurbelwelle kann man vor vermessen.
Wenn alles direkt bei der Montage gemacht wird,hätten die keine 10 Fahrzeuge vom Band gebracht.
Von Kreidler gibts davon sogar Bilder in einem Prospekt. :smile:
Andreas
 


Beitragvon M-C » Mittwoch 18. November 2009, 17:11

Hallo Andreas,

man lernt ja immer wieder etwas dazu. Bisher war ich der Meinung, dass WeDis mit Staublippe für die Kurbelwelle ausreichend sind. Ich habe meist die Bauform BASL verwendet. Wie sehen denn die Ringe mit doppelter Dichtlippe aus? Haben diese zwei Federn oder sitzt die Feder zentral, so dass beide Lippen unter Spannung sind?
Bei meinen 80ern habe ich ab und zu Probleme mit dieselnden Motoren. Dies könnte durch den kupplungsseitigen WeDi bedingt sein, der auch nur die Ausführung BASL hat.

Fragen über Fragen!

Ich werde einmal im Internet auf die Suche gehen. Wäre nett, wenn Du mir auch noch ein paar Tipps geben könntest.

Zum Thema Viton: WeDis aus Viton haben eine höhere Temperaturbeständigkeit. Zündapp hat diese z.B. bei den 80ern mit 12-Volt-Anlage verbaut, da zündungsseitig sehr hohe Temperaturen entstehen (12 V, 130 W). Kurbelwellenseitig halten sich die Temperaturen eher im Rahmen, da das Kurbelgehäuse immer wieder mit frischen, kühlen Gasen gespült wird. Ich würde Viton deshalb auch nur dort einsetzen, wo es vorgeschrieben ist.

PS: kaufe meine Lager und WeDis immer bei der Fa. Apeltrath & Rundt in Mülheim an der Ruhr. Bisher immer top.
M-C
 


Beitragvon M-C » Mittwoch 18. November 2009, 17:26

Aus dem Netz gefischt:

Bedeutung der Nachsetzzeichen:
BA = vollgummierte Ausführung
BASL = dito mit Stauplippe
BAOF = ohne Feder
B1 = mit Stahlmantel aussen
B1SL = dito mit Staublippe
B2 = mit Stahlmantel aussen verstärkt
B2SL = dito mit Staublippe
VIT = hitzebeständig bis ca. 160 Grad - Edelstahlfeder
BASLVIT = dito mit Staublippe
M-C
 


Beitragvon Quickly-Heizer » Mittwoch 18. November 2009, 17:47

.....Bild

Bernd
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Beitragvon Andreas » Mittwoch 18. November 2009, 18:33

M-C hat geschrieben:Hallo Andreas,

man lernt ja immer wieder etwas dazu. Bisher war ich der Meinung, dass WeDis mit Staublippe für die Kurbelwelle ausreichend sind. Ich habe meist die Bauform BASL verwendet. Wie sehen denn die Ringe mit doppelter Dichtlippe aus? Haben diese zwei Federn oder sitzt die Feder zentral, so dass beide Lippen unter Spannung sind?
Bei meinen 80ern habe ich ab und zu Probleme mit dieselnden Motoren. Dies könnte durch den kupplungsseitigen WeDi bedingt sein, der auch nur die Ausführung BASL hat.

Fragen über Fragen!

Ich werde einmal im Internet auf die Suche gehen. Wäre nett, wenn Du mir auch noch ein paar Tipps geben könntest.

Zum Thema Viton: WeDis aus Viton haben eine höhere Temperaturbeständigkeit. Zündapp hat diese z.B. bei den 80ern mit 12-Volt-Anlage verbaut, da zündungsseitig sehr hohe Temperaturen entstehen (12 V, 130 W). Kurbelwellenseitig halten sich die Temperaturen eher im Rahmen, da das Kurbelgehäuse immer wieder mit frischen, kühlen Gasen gespült wird. Ich würde Viton deshalb auch nur dort einsetzen, wo es vorgeschrieben ist.

PS: kaufe meine Lager und WeDis immer bei der Fa. Apeltrath & Rundt in Mülheim an der Ruhr. Bisher immer top.



:smile:
Das sehe ich genau so der Hersteller hat in der Regal immer die optimal Auswahl getroffen.
Damals wurde noch realtiv viel mit Verstand Konstruiert und verbaut.
Heute mehr nach dem Geldbeutel. :evil:
Kurbelwellen Simmeringe .im Zweitakter sind immer doppellippig mit Federn auf beiden Lippen.
Das ist 100% genau das Problem Deiner 80er Motoren,wenn dort nach hoher Drehzahl das Gas schnell weggenommen wird baut sich dort ein starker Unterdruck auf.
Der Dir dort ,Luft in KGH zieht,die folge ist ein Klingeln.
Hat ich bei dem Monster auch,aber dort tat es üble Schläge,wie wenn einer mit dem Hammer auf den Kolben schlägt. :shock:

Bild

Ich montiere meine KW-Wellendichtringe auch immer mit einer Heißlagerfettfüllung zumindest auf der LIMA- Seite, den die äußere Lippe läuft sonst trocken.
Einer meiner ersten Motoren hat sogar wegen der trockenen Lippe angefangen zu pfeiffen,so heiß wurde da die Lippe.
KACO nennt die Ausführung DFD und andere Hersteller haben wieder andere Bezeichungen.
Aber für Dich ist der "Duo" der Richtige,den hier müßen zwei Medien voneinander getrennt werden,mit wechselnden Drücken.
Der ist leider nicht bei Deinen genannten dabei.
Hier kommen zwei ganz entscheident Dinge zusammen.
Wenn es nur um die Medientrennung geht, das kann der BASL noch.
Aber wenn es um wechselnde Drücke geht, kann der nur Überdruck auf der federbelasten Seite aufnehmen.
Die BASL sind eigentlich nur ein Wellendichtring mit Abstreifer der verhindern soll das Schmutz oder Wasser an die andere Dichtlippe kommt.
Zu was anderem ist der nicht bestimmt. :mrgreen:

Mein Vorredner hat das richtige Bild angehängt.
Andreas
 


Beitragvon M-C » Donnerstag 19. November 2009, 19:57

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Infos. Die wechselnden Druckverhältnisse sind schon klar, die dabei entstehenden Unter- und Überdrücke am KW-WeDi auch. Ich habe bisher immer geglaubt, der BASL-WeDi ist hierfür ausreichend. Aber anscheinend ist dies nicht der Fall. Deshalb recht vielen Dank für Deine Erläuterungen :idea: :idea: :idea:

Meine erste KS80Super hat über den kupplungsseitigen WeDi regelmäßíg Falschluft und wahrscheinlich auch Ölnebel aus dem Getriebe gezogen. Der Motor drehte dann von alleine bis in die höchsten Drehzahlen und lief als Selbstzünder sogar dann weiter, wenn man die Zündung abgeschaltet hat und den Kerzenstecker von der Kerze gezogen hat. Das glaubt einem normalerweise kein Mensch. Aber er drehte fröhlich weiter in den höchsten Drehzahlen, auch ohne Kerzenstecker. Natürlich kann man das nur für einen kurzen Augenblick zulassen, denn sonst dreht sich der Motor tot. Aber es war immer wieder faszinierend.
M-C
 

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